Unsere Ansichten

(in english) / (en francais)

Wir sind der Ansicht, dass jeder Mensch nur eine begrenzte Sichtweise der „Welt(en)“ und der „Gesellschaft(en)“ hat und haben kann. Allein durch die komplett Individuelle Lebensweisen und Lebensrealität sehen wir bestimmte Sachen und manche nicht.

Allein unsere Sprache(n) grenzt uns ein (siehe mehr darüber in Sprachen und Übersetzungen) Das Wort Geflüchtete_r hat nicht bei jedem die gleiche Bedeutung. Welche Begriffe werden wann, wo und von wem benutz und welche werden erst gar nicht erwähnt oder gehört? Und hier möchten wir auch anmerken, dass die Benutzung von Sprache und Kategorien (welche erstmal sprachlich definiert werden) eine unglaubliche Kontroverse Dynamik in sich hält. Mit Wörtern versuchen wir Situationen, Gedanken und weiteres zu beschreiben, grenzen diese aber teilweise unbewusst ein.

Wir selbst haben auch verschiedene Kategorien und formen der Diskriminierung aufgelistet (siehe über Statements) und möchten auch hier alle Menschen auffordern diese Liste zu ergänzen und/oder in Frage zu stellen. Wir werden versuchen Vorschläge nicht einfach unkritisch aufzunehmen, sondern uns mit diesen Auseinander setzen und teilweise umsetzen.

Auch bei dem Versuch den Blog und somit die Statements so stark wie es geht zugänglich zu machen, stoßen wir an Grenzen. Einige nehmen wir gar nicht als solche wahr. Bitte helft uns diese zu sehen und zu begreifen. Wir wollen so sehr wie möglich daran arbeiten um sie zu entfernen, abzuschwächen oder zumindest sichtbar zu machen.

Hier sei Beispielsweise die Überlegung die Statements auch auf längeren Zeitraum in leichter Sprache zu übersetzen. So könnten noch mehr Menschen darauf zugreifen, die zum Großteil immer wieder ausgeschlossen werden (Bei uns zurzeit gerade leider auch). Jedoch sind diese Auseinandersetzungen sehr intensiv, so dass wir jetzt noch nicht den Eindruck haben die Kapazität dafür zu haben der Bearbeitung gerecht zu werden.

Wenn wir die Erfahrungen mit nationalen Grenzen im Mittelpunkt stellen, heißt es nicht, dass wir andere sozialen und politischen Themenkomplexe nicht sehen oder nicht sehen wollen. Wir glauben auch dass ein Austausch verschiedener Informationen aus verschiedenen Ecken sehr hilfreich sein kann und oft notwendig ist. Darum wollen wir auch „andere“ (Eine klare Abgrenzung finden selten statt) Themenkomplexe auch bei den Links berücksichtigen, ohne dabei unseren Schwerpunkt zu schwächen.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass es keine einheitliche Lebensrealität gibt, sehen wir uns teil einer normativen Gesellschaft. Wir sind nicht frei von diskriminierenden Denkweisen, da wir auf unterschiedlichsten Ebenen mit Ihnen in Berührung gekommen sind, (re)produziert haben und dies selbst bei Bemühungen immer wieder (re)produzieren können. Wir versuchen unsere eigene Position in der Gesellschaft zu sehen, egal ob Geflüchtete_r oder europäische_r Staatsbürger_in, jedoch wie oben schon erwähnt ist dieser Versuch durch unsere Erfahrung und Sprache begrenzt.

Wir bemühen uns auf Jedenfall immer erneut keine Fehler zu machen ohne uns (und eigene Position) dafür zu verteufeln.

Die allgemeine Einstellung sollte jedoch zumindest folgende sein:

Migration und Reisen sind keine Verbrechen. Nationale Grenzen und Konstruktionen, welche Menschen daran hindern sich frei zu bewegen sind nicht Vertretbar. Eine Reduzierung von Menschen auf einen ökonomischen Wert und sie nach Nutzbarkeit hierarchisch einzuordnen ist nicht Akzeptabel und muss bekämpft werden.

Menschen sollten keinen schwerliegenden Grund, wie Kriege oder Hungersnot, haben müssen um wo anders leben zu dürfen.

Alle Menschen müssten sich überall auf der Erde frei bewegen können, ohne dabei als Kriminelle stigmatisiert zu werden.

Migration hat es immer gegeben und wird es immer geben.

Alle die maßgeblich diese Projekt mitgestalten, kritisieren die jetzige Grenz- und Asylpolitik Europas (und natürlich auch anderer Länder) und hoffen auf lange Sicht dazu beizutragen diese asylfeindliche Politik, Mentalität und Stereotypen mit zu durchbrechen.

Wir wollen aber auch unserer eigenen Privilegien, Lebensrealitäten, Selbst- und Fremdwahrnehmungen kritisch hinterfragen und versuchen daraus zu lernen. (Siehe mehr dazu in „Über Widersprüche und Herausforderungen„)

Jede_r ist natürlich mehr als herzlich eingeladen dies mitzugestalten.